Autor.in: Roland Bloch

Wettbewerb und Hochschulen

Wettbewerb hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer Leitvorstellung im Hochschulbereich entwickelt. Nicht nur im hochschulpolitischen Diskurs rangiert er unter den zentralen Topoi, sondern auch in der Praxis: Immer mehr Verfahren werden eingesetzt, die einen Wettbewerb zwischen und in den Hochschulen zu erzeugen suchen, der für Effizienz-, Leistungs- und Qualitätsgewinne sorgen soll. Den vielfältigen Erscheinungen und verschiedenartigen Aspekten des Wettbewerbs im Hochschulbereich widmete sich die sechste Jahrestagung der Gesellschaft für Hochschulforschung in Wittenberg, die das Institut für Hochschulforschung (HoF) in Wittenberg vom 11. bis 13. Mai 2011 ausgerichtet hatte. Die neue Ausgabe der „hochschule“ präsentiert eine Auswahl von 17 Beiträgen, die das Spektrum des Feldes abbilden. Sie lassen sich zu fünf thematischen Blöcken gruppieren, die den Aufbau dieses Sammelbandes bestimmen.

Hochschulföderalismus

Das neue Heft der Zeitschrift „die hochschule“ bilanziert die Folgen der Föderalismusreform für den Hochschulbereich. Geschärft wird diese Bestandsaufnahme durch eine international vergleichende Perspektive, die exemplarisch die deutschen Entwicklungen mit den Föderalismusmodellen in Kanada und der Schweiz kontrastiert.

Hochschulen in kritischen Kontexten

Das neue „die hochschule“-Heft „Hochschule in kritischen Kontexten. Forschung und Lehre in den ostdeutschen Regionen“ führt mit neun Einzelbeiträgen unterschiedliche Forschungsperspektiven zu Forschung und Lehre in den ostdeutschen Bundesländern zusammen. Kontexte der Hochschulentwicklung sind gesellschaftliche Strukturen, das wirtschaftliche Umfeld und kulturelle Rahmenbedingungen, aber auch demografische Entwicklungen oder außerhochschulische Wissenschaftsstrukturen. Aktuell unterliegen diese Kontexte in Ostdeutschland – und mittelfristig auch in Gesamtdeutschland – einem Prozess, der unter dem Begriff der „Schrumpfung“ (genauer: der Schrumpfung der Bevölkerungszahlen) zusammengefasst wird. Das wiederum bedeutet für Hochschulen mehr, als es die landläufige Fokussierung auf die Größe künftiger Studienanfängerkohorten nage legt. Es verändert einerseits die Entwicklungskontexte der Hochschulen; andererseits steigt die Bedeutung der Hochschulen für regionale Entwicklungen.

Reform des Studiensystems Analysen zum Bologna-Prozess

Vor mittler­weile 10 Jahren be­gann der Bologna-Prozess mit dem Treffen von vier Bildungs­ministern an der Sorbonne-Uni­ver­si­tät in Paris. Seine Er­folgs­geschichte ist er­staun­lich: Es gibt mittler­weile kaum ein europäisches Land, das sich der Studien­struktur­reform ver­weigert; auch in Deutsch­land stellen fast alle Hoch­schulen auf die ge­stuften und modularisierten Studien­gänge um. Wie kam es zu dieser Ent­wicklung? Wie ist der Bologna-Pro­zess in die europäische Bildungs­politik ein­zu­ordnen? Wer sind die be­teiligten Akteure auf den europäischen Kon­ferenzen und welchen Ein­fluss haben sie? Welche Aus­wirkungen hat die Studien­reform auf die Stu­die­ren­den? Diesen und anderen Fragen widmet sich der Themen­schwer­punkt in diesem Heft der Zeitschrift „die hoch­schule“. WEITERLESEN →

Zehn Jahre Hochschulforschung am HoF Wittenberg

Seit 1996/97 besteht das Institut für Hochschulforschung an der Universität Halle-Wittenberg. Die vom Institut herausgegebene Zeitschrift „die hochschule“ resümiert dieses erste Jahrzehnt. In den Beiträgen der Mitarbeiter/innen des Instituts werden die einzelnen Themengebiete vorgestellt, die Projektlinien nachgezeichnet und die jeweiligen Forschungsergebnisse zusammengefasst.

Universitäre Forschung im Wandel

Das Heft 1/2006 der Zeitschrift „die hochschule. journal für wissenschaft und bildung“ beschäftigt sich mit zentralen Aspekten des Wandels der universitären Forschung. Gerade in den letzten Jahren sind verstärkt Forderungen nach einem grundlegenden Wandel der an Universitäten betriebenen Forschung laut geworden. An die Stelle des traditionellen Forschungsideals der zweckfreien Grundlagenforschung tritt die Erwartung, dass sich die Forschung frühzeitig mit Anwendungskontexten vernetzt und stärker an gesellschaftlichen Problemen ausrichtet. Begleitet wird dies von einer erhöhten Rechenschaftspflicht, die in regelmäßigen Evaluationen zum Ausdruck kommt, sowie einer Zunahme des wissenschaftlichen Wettbewerbs um Ressourcen und Aufmerksamkeit.

Konditionen des Studierens

Der Schwerpunkt dieses Hefts lenkt den Blick auf die Be­dingungen des Studierens. Mit Beiträgen über den Hoch­schul­zugang, die Studierenden, die Be­dingungen des Lernens und die Hoch­schul­finanzierung werden einige Wider­sprüche der aktuellen hoch­schul­politischen Debatte beleuchtet.

die hochschule 2/2002

Das Heft bietet eine vielfältige Palette von grundlegenden Aufsätzen zur Hochschulforschung, Hochschulreform und Hochschulpolitik.

Den Anfang macht Reinhard Kreckel, der mit seinen 12 Thesen zur Universitäts­reform das tat­sächliche und zukünftige Verhältnis von Universitäten und Fach­hoch­schulen genauer be­leuchtet. Zu diesen 12 Thesen nehmen Detlef Müller-Böling und Johanna Wanka kritisch Stellung. Neben weiteren Beträgen zu den Grund­satz­diskussionen um Hoch­schulen, Qualität und Organisation gibt es Auf­sätze zu Aspekten der DDR-Ver­gangen­heit sowie einen Länder­bericht zur Lage und zur Ent­wicklung der Hoch­schulen in Belarus.