Autor.in: Ali Sina Önder

Mehr Evidenz statt Einbildung zu Künstlicher Intelligenz inHochschule und Wissenschaft. Zehn Thesen zu künftigen Beiträgen der Hochschulforschung

Künstliche Intelligenz hält rasant Einzug in Hochschulen und Wissenschaft – begleitet von großen Versprechen, aber oft geringer Evidenz. Der vorliegende Artikel zeigt, warum es jetzt eine nüchterne, empirisch fundierte Auseinandersetzung braucht, um technologische Heilsnarrative von realen Potenzialen und Risiken zu unterscheiden. Die Autor*innen-gruppe entwickelt zehn Thesen zu den zukünftigen Aufgaben der Hochschulforschung: von Fragen der Agency über Veränderungen in Forschung, Lehre und Governance bis hin zu infrastrukturellen Herausforderungen. Im Zentrum steht die Rolle der Hochschulen als Orte kritischer Reflexion. Inhalt Isabel Steinhardt, Justus Henke, Alice Watanabe, Oliver Wieczorek, Lea Biere, Judith Hartstein, Michael Hölscher, Ramona Lange, Mandy Petzold, Verena Weimer, WEITERLESEN →

Studieren mit und ohne Corona

Wo das Thema Hochschulbildung und Pandemie ausgewertet wird, dort stehen bislang die naheliegenden, weil überoffensichtlichen Fragen im Mittelpunkt: Digitalisierung der Lehre, Distanzunterricht und dessen Akzeptanz, technische Ausstattungen bzw. deren Defizite oder die Bedeutung von Sozialität und Soziabilität für Lehr-Lern-Prozesse. Das kann kaum verwundern. Es waren neue Erfahrungen wie die flächendeckende Kommunikation unter Abwesenden mit dem Zwang zur Kacheldidaktik, die zunächst einmal die alltagsprägenden Herausforderungen darstellten. Doch dürfte es ebenso sinnvoll sein, diese Themen in einen Horizont mittlerer Reichweite einzuordnen.
Dabei sollten die Vertreter.innen sowohl der Universalisierung als auch der Exklusivität von Hochschulbildung die Pandemieerfahrungen als Irritation ihrer jeweiligen Position wahrnehmen, genauer: die Erfahrungen mit dem deutschen Pandemiemanagement.